Zum zweiten Mal verlieh die IAB Switzerland den Award für die «Digital Agency of the Year». Den Preis durfte die Agentur SiR MaRY für ihr neues Konzept der Kundenarbeit entgegennehmen. Wir sprechen mit den Gründern Maurizio Rugghia und Daniel Zuberbühler.

Prämiert mit dem Award «Digital Agency of the Year» wird eine Agentur, die technologisch, wirtschaftlich und werbetechnisch auf der Höhe der Zeit ist. Die Preisträgerin 2018 ist die Agentur SiR MaRY AG. Die Jury war sich einig, dass die SiR MaRY AG mit ihrem neuen Konzept der Kundenarbeit einen Weg gefunden hat, viele neue Auftraggeber zu gewinnen. Ihre hohe strategische Kompetenz sowie ein starker Fokus auf Beratung und Kreation zeichnen sie aus.

 

Herr Rugghia, Herr Zuberbühler, die SiR MaRY AG ist eine sehr junge Agentur mit einem Fokus auf digitale Themen. Was ist die Besonderheit von SiR MaRY?

Maurizio Rugghia: SiR MaRY denkt und arbeitet digital, ist aber keine Digitalagentur. Wir haben die Schubladendenke zwischen Kreation, Strategie, Beratung, Media und PR anderen überlassen und bringen unser gesamtes digitales, aber auch klassisches Know-how mit vereinten Kräften bei unseren Kunden ein.

Daniel Zuberbühler: Die Business-Realität unserer Auftraggeber wird im digitalen Zeitalter der Kommunikation immer komplexer und unübersichtlicher. Sie brauchen einen Partner, der ihnen Orientierung verschafft und ihnen jene Strategien und Konzepte empfiehlt, die in der jeweiligen Markt- oder Unternehmenssituation das Beste für sie sind.

 

Was bedeutet dieser Award der IAB Switzerland für Sie und Ihre Kollegen?

Daniel Zuberbühler: SiR MaRY gibt es noch nicht einmal seit 2 Jahren, wir beschäftigen mittlerweile über 20 Sirs und Marys und arbeiten für die namhaftesten Marken der Schweiz: Da freuen wir uns natürlich besonders über diese Auszeichnung. Für unser Team und unsere Kunden ist dies eine tolle Bestätigung, dass wir in der richtigen Richtung unterwegs sind und am Markt schon einiges bewegen konnten.

 

Sie sind beide seit vielen Jahren in der Digitalbranche tätig. In welcher Rolle sehen sie (Digital-) Agenturen und wo müssen sie künftig wirken?

Maurizio Rugghia: Um Markenführung im Digitalzeitalter erfolgreich zu meistern, müssen wir uns viel tiefer in die Customer Journey hineindenken. Es reicht nicht mehr, nur ideengetrieben zu arbeiten. Unsere Kunden verlangen nach einer Kombination aus Kreativ-Knowhow, Digital-Expertise und Content-Distribution. Alles aus einer Hand.

Daniel Zuberbühler: Alle Kommunikationsdisziplinen verschmelzen immer stärker, parallel dazu besteht ein grosser Bedarf nach noch mehr Speed und weniger Informationsverlust. Die DNA von SiR MaRY ist digital. Das hilft uns enorm, um die Herausforderungen an die heutige Kommunikation besser zu verstehen und zu bewältigen.

 

Welche Digital Marketing-Trends erwarten uns in den nächsten Jahren, und wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für den Schweizer Digitalmarkt?

Maurizio Rugghia: Aktuell finden wir besonders zwei Trends höchst interessant.

Erstens: Gerade im Digitalen beobachten wir einen stetigen Wissensaufbau auf Kundenseite, welcher vermehrt zum Insourcing von bisher klassischen Agenturleistungen führt. Es geht um Themen wie Adserving, Data Management sowie das Handling und die Kontrolle von Medialeistungen – mit speziellem Augenmerk auf Programmatic Media. Wir begrüssen diese Entwicklung sehr und sehen uns dabei in der Rolle der «Enabler»: Wir betreiben aktiv Knowhow-Transfer hin zu unseren Kunden und ermöglichen ihnen, ihr Geschäft viel mehr als bisher selbst zu steuern.

Zweitens landen immer mehr Anfragen auf unserem Tisch, die über Werbung hinausgehen. Es sind Aufgaben, die bisher typischerweise an Consultingfirmen gestellt wurden. Konkret wird viel Innovationsberatung rund um die Digitalisierung von Geschäftsmodellen nachgefragt. Hier helfen wir unseren Kunden dabei, sowohl die Touchpoints als auch die Kommunikation konsequent auf ihre Kunden auszurichten.

Daniel Zuberbühler: Weitere Trends, mit denen wir uns beschäftigen, betreffen die Automatisierung und Transparenz der Kommunikations-Wertschöpfungskette. Wir haben die Produktion digitaler Werbemittel «disrupted», indem wir einen Grossteil der Aufgaben an Maschinen delegiert haben. Solche Tools stellen wir gerne direkt unseren Kunden zur Verfügung. Im Mediabereich sehen wir noch viel Ineffizienz und Intransparenz: Dort wird über kurz oder lang eine Bereinigung stattfinden, angetrieben durch die Werbeauftraggeber. Bei uns bekommen die Kunden exakt das, was sie bestellt haben – wir werden von ihnen für unser Knowhow und unsere Leistungen bezahlt. Unser Rat: Holen Sie sich die Hoheit über Ihre Daten und Werbegelder zurück. Dafür ist Transparenz im Einkauf von Media-Inventar ein Muss.

 

Verraten Sie uns zum Abschluss den Grund für die Schlichtheit der Website von Sir Mary?

Daniel Zuberbühler: Getreu unserem Motto «We decomplex digital» wollen wir auch den Besuchern einen schlichten, unkomplizierten Einstieg bieten. Und wir wollten Erfahrungen sammeln mit Chatbots. Spannend, wenn man jede Konversation mitverfolgen kann und so noch wertvolle Insights gewinnt.

Maurizio Rugghia: Die Website ist nun seit über einem Jahr live – eine Ewigkeit in unserem Business! Für meinen Geschmack ist es höchste Zeit für ein Update. Wir arbeiten daran.

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