«The ad industry has failed to auto-regulate itself and forgot to consider the end user experience. The rise of Adblocking is a response and a consequence of that negligence», schreibt Mehdi Doudi, CEO & Co-Founder von Catchpoint Systems, in seinem Blog nach dem am 14. September 2015 bekannt wurde, das Apple ab Start des iOS9 auch «third-party» Apps zulassen wird. Bereits einen Tag nach dem Launch stiegen zwei Adblocking-Apps in die Top 5 der App-Charts von Apple auf. Das war sozusagen der offizielle Start von massentauglichem Ablocking auf dem Smartphone, nachdem das Desktop-Blocking schon seit längerem lanciert war. Im März 2016 waren gemäss Pagefair bereits über 400 Millionen Adblockers auf mobilen Geräten aktiv.

 

 

Diese rasante Entwicklung bereitet vielen Medienanbietern sowie Marketers auf der Werbeauftragsgeberseite Bauchschmerzen. Denn immer mehr junge Menschen können nicht mehr über die digitalen Kanäle erreicht werden. In der Zielgruppe von den 18 bis 29-jährigen nutzen gemäss verschiedenen internationalen Studien bereits über 50 Prozent eine Art von Adblock- oder Script-Blocking-Software. Im Nachbarland Deutschland sollen es gemäss einer repräsentativen Studie von YouGov bereits 52 Prozent in dieser Zielgruppe sein. Und für die Millennials ist das wahrscheinlich wie Zähneputzen am Abend. Denn diese Zielgruppe ist praktisch immer online und will sich keine störende Werbung, schlechte Ladezeiten, nervige Re-Targeting-Kampagnen oder die potenzielle Gefahr von Malware antun. Das ist absolut verständlich. Aus diesem Grund muss die digitale Werbeindustrie handeln. Es gilt nicht weiter zu sehen, wie klassische Medienanbieter ihre Inhalte nicht mehr kommerzialisieren können. Darum bedingt es ein radikales Umdenken. Die Werbeindustrie hat viel zu lange den wahren Kunden – den User – aus den Augen verloren. Und Adblocking ist nun die Retourkutsche auf dieses Versäumnis.

 

Gerade junge Menschen wollen massgeschneiderte Lösungen und selbst bestimmen können, was sie wie, wo und wann konsumieren. Auf dieses Bedürfnis sollten klassische Medienanbieter eingehen und passende Angebote dafür bereitstellen. Digital bedeutet Dialog. Wenn Publisher darauf eingehen, ist die erste Hürde bereits geschafft. Und die IAB bringt mit den Initiativen LEAN und DEAL bereits die ersten Ansätze dafür.

 

Autor: Marc Challandes, Head of Commercial Products / Digital Advertising & Services Tamedia AG

 

Referenzen:

http://blog.catchpoint.com/2015/09/14/ad-blocking-apple/

https://techcrunch.com/2015/09/17/a-day-after-ios-9s-launch-ad-blockers-top-the-app-store/

https://pagefair.com/blog/2016/mobile-adblocking-report/

https://yougov.de/news/2016/07/05/jeder-dritte-blendet-online-werbung-aus/

 

← Zurück zum Newsletter