Im Zeitalter des neuen Datenschutzes werden nicht nur Unternehmen für Richtlinien und Standards personenbezogener Daten sensibilisiert. Auch Konsumenten fordern mehr Transparenz über alles, was sie im Netz teilen. Die Entwicklungen der letzten Monate haben auch auf den Schweizer Auswirkungen.

Die DSGVO und ePrivacy-Richtlinie können zwar als eigenständige Themen betrachtet werden, stattdessen wird beides als eine Reaktion gegen massive Werbung, invasives Targeting und allgemeine Datenerhebung angesehen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen erfordern ein schrittweises Umdenken aller Unternehmen, die mit Verbraucherdaten in Kontakt kommen.

Doch Werbetreibende und Publisher werden nicht nur auf rechtlicher Seite mit stärkeren Kontrollen konfrontiert. Auch die Tech-Giganten aus den USA haben den Wert der Daten und den Zeitgeist der User erkannt: Apple plant mit seinen neuen Betriebssystemen iOS 12 und MacOS Mojave entsprechende Schutzmechanismen für den Nutzer zu installieren. Mit den neuen Systemen hält eine neue Version des Apple-eigenen Browsers Safari Einzug, der per Intelligent Tracking Prevention (ITP) 2.0 strengere Massstäbe an das Setzen von Cookies und die Weitergabe von http-Referrern stellt.

Die Änderungen sind gerade für die Schweiz entscheidend: In keinem anderen Land der Welt ist die Verbreitung von Apple-Geräten – bezogen auf die Einwohnerzahl – so hoch wie Hierzulande. Daraus ergibt sich insbesondere für Werbetreibende und Werbende in der Schweiz eine hohe Relevanz und Herausforderungen für die anstehenden Anpassungen. Details zu den Anpassungen im Browser findest Du hier.

Datenschutz ist auch und vor allem in der Schweiz ein gewichtiges Thema. So stammt die als datenschutzgerecht geltende Kommunikations-App Threema aus der Schweiz. Und auch die vor der Einführung lange geführte Debatte über die Digitalisierung der Volksabstimmungen verdeutlicht den hohen Datenschutzbedarf der Schweizer Bevölkerung.

Im ohnehin dynamischen Feld des Online Marketings, ist dies ein weiterer Schritt, um das Bewusstsein der Verbraucher für die Erhebung und Verwendung ihrer Daten zu stärken. Für den User bedeutet dies höhere Transparenz im Hinblick darauf, welche Daten zu welchem Zweck erhoben werden und welche Spuren sie im Internet hinterlassen. Es zeigt aber auch, dass es viel Aufklärung und Bildung im Bereich des World Wide Web bedarf, sowohl auf Konsumenten als auch auf Seite der Werbetreibenden.

 

Autor: Tony Riedel, Awin Team Schweiz

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